Viele Kinder leben seit mehreren Jahren in ständiger Anspannung. Für sie ist der Krieg keine Nachricht im Fernsehen, sondern Teil ihres Alltags“, sagt Inga Dul vom Jesuit Refugee Service Ukraine. Luftalarme, Explosionen und Stromausfälle prägen das Leben. „Das Schwerste sind Angst und Ungewissheit – um sich selbst, die Eltern und die eigene Zukunft.“ Viele mussten ihr Zuhause verlassen, manche mehrmals.
Auch Schule ist oft nur eingeschränkt möglich: Der Unterricht wird durch Sirenen unterbrochen, findet teils online statt, teils im Schutzraum. „Aber das Gefühl der Unsicherheit ist immer da“, so Inga Dul. Was Kinder am meisten brauchen, sind Sicherheit, Stabilität und verlässliche Erwachsene. Neben materieller Hilfe ist psychosoziale Begleitung entscheidend. „Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst Ukraine hat ein Bildungszentrum und einen geschützten Raum für Kinder geschaffen. Wir bieten Lern- und Förderprogramme, psychologische Unterstützung sowie kreative und integrative Aktivitäten.“
Der lang anhaltende Krieg hinterlässt tiefe Spuren im Leben der Kinder. Die ständige Gefahr führt zu chronischem Stress, Erschöpfung und beeinträchtigt Entwicklung, Bildung sowie ihr Sicherheitsgefühl. Manche müssen viel zu früh erwachsen werden oder ziehen sich zurück. „Gleichzeitig besitzen Kinder eine bemerkenswerte Kraft zur Erholung. Mit Unterstützung und verlässlichen Erwachsenen bewahren sie Hoffnung und wachsen trotz allem zu starken, mitfühlenden Menschen heran“, denkt Inga Dul.

Inga Dul ist Geschäftsführerin des ukrainischen Jesuiten-Flüchtlingsdiensts (JRS).
Die eindrucksvolle Fotoausstellung „Kind-Sein im Krieg“ zeigt vom 19. bis 22 Februar im Evangelischen Zentrum in der Salzburger Schwarzstraße 25 ukrainische Flüchtlingskinder. Sie erzählt nicht nur ihre stillen Gefühle und Geschichten der Flucht. Sie erzählt über die Ukraine hinaus. Denn in jedem Krieg leiden Kinder am meisten. Erwachsene beginnen Konflikte, Kinder tragen die Folgen.
Die Augen der porträtierten Kinder könnten ebenso die von Kindern aus anderen Kriegsregionen sein. Angst, Verlust und Stille ähneln sich überall. Die Ausstellung lädt ein, innezuhalten – nicht durch politische Debatten, sondern durch den direkten Blick eines Kindes, der sagt: „Mir ist das auch passiert.“
„Mit der Fotoausstellung wollen wir die Würde, Zerbrechlichkeit und die Stärke zeigen, mit der die Kinder weiterhin leben, lernen und hoffen“, sagt Inga Dul. Begegnung und Gespräch mit dem Team aus Lemberg sind möglich.
Anmeldung: pfarrbuero@christuskirche.at

Hoffnung braucht uns alle
Am 24. Februar jährt sich der Beginn des Krieges in der Ukraine zum vierten Mal. Aus diesem Anlass ruft die Erzdiözese Salzburg zum „Aufstehen für den Frieden“ auf und bittet um Geldspenden für die Caritas-Ukrainehilfe.
Das Motto aufgreifend findet am Freitag, 20. Februar, eine frühe Messe im Salzburger Dom mit Erzbischof Franz Lackner statt. Beginn ist um 7.20 Uhr.
Gewöhnen wir uns nicht an die Grausamkeit dieses Krieges so nahe bei uns: Beten wir für den Frieden und helfen wir, wo wir können.
Erzbischof Franz Lackner
teilnehmen
Die Kollekte am ersten Fastensonntag (22. Februar) kommt in allen Pfarren der Erzdiözese Salzburg der Caritas-Ukrainehilfe zugute.
Spendenkonto der Caritas Salzburg:
AT11 3500 0000 0004 1533, Verwendungszweck: Ukraine-Hilfe
Unter dem Motto „Stand with Ukraine“ lädt die ukrainische griechisch-katholische Kirche zum Friedensgebet am Dienstag, 24. Februar ein:
16.40 Uhr Treffen am Mirabellplatz
17 Uhr Start mit Kerzenlicht
18 Uhr ökumenisches Gebet in der St.-Markus-Kirche
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