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Im Zeichen des Dialogs aufeinander zugehen

Veranstaltende und Mitwirkende der Podiumsdiskussion „Musliminnen und Muslime in Salzburg“.
Veranstaltende und Mitwirkende der Podiumsdiskussion „Musliminnen und Muslime in Salzburg“.

Islamwoche: In der TriBühne Lehen wurde gemeinsam über die Bedeutung des gegenseitigen Zuhörens und Aufeinander-Zugehens in einer immer pluraleren Welt diskutiert.

 

Salzburg. Die Erzdiözese Salzburg war bei der Podiumsdiskussion „Musliminnen und Muslime in Salzburg“ durch Matthias Hohla vertreten. Der Referent für Ökumene und interreligiösen Dialog gab während der Islamwoche Salzburg im Austausch mit den Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Religion Einblicke in seine Arbeit als Vermittler zwischen den verschiedenen Religionen. Dabei wies Hohla  besonders auf die Bedeutung des Dialogs mit dem Islam hin.

 

15.000 Musliminnen und Muslime

 

„Ich begleite und leite den Dialog mit Musliminnen und Muslimen seit 19 Jahren. Als ich 1977 in die Volksschule ging, gab es zirka 200 Kinder, kein einziges muslimisch. Mittlerweile sind es 51 von 230 – das ist knapp ein Fünftel. In vielen Schulen sind es bereits deutlich mehr“, erzählte Hohla und betonte die Relevanz des Dialogs. „In Salzburg gibt es heute 15.000 Musliminnen und Muslime, das heißt Muslime sind längst keine Minderheit mehr.“

 

Platz in der Mitte der Gesellschaft

 

Zudem sei die rasant wachsende Gruppe bei weitem nicht homogen, führte der diözesane Referent für interreligiösen Dialog aus: „Wir sprechen hier über viele verschiedene Herkunftsländer – von Pakistan bis Marokko. Das bedeutet verschiedene Sprachen, Traditionen und nationale Eigenheiten.“ Abschließend sagte Matthias Hohla, dass der Dialog zwischen den Religionen seinen Platz in allen Bildungsinstitutionen Salzburgs gefunden habe: „Ich erlebe es auch in Betrieben, Krankenhäusern et cetera. Der interreligiöse Dialog geht nicht nur zu den anderen Religionen, sondern auch in die eigene Gemeinschaft hinein. Das ist ein großer Teil meiner Arbeit, der auch immer intensiver wird. Besonders als Christinnen und Christen gehen wir auf die Menschen zu und suchen den Dialog.“

 

An der Podiumsdiskussion nahmen unter anderem die Salzburger Stadträtin Andrea Brandner, Ahmet Yilmaz und Seid Memic von der Islamischen Religionsgemeinde Salzburg sowie Hussein Hamdan von der Eugen-Biser-Stiftung teil. 

 

 

Interreligiöses Jugendtreffen

 

Jugendliche und junge Erwachsene mit christlichem und muslimischem Hintergrund tauschten sich bei der Islamwoche über Religion, Kultur und das Zusammenleben in Salzburg aus. Wie wichtig ist Religion für mich? Gehört der Islam zu Österreich? Darf und soll Religion in der Öffentlichkeit eine Rolle spielen? Und: Wie funktioniert das Zusammenleben in Salzburg von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion? Diese Fragen diskutierten die Jugendlichen im Salzburger Jugendzentrum Yoco.

 

Interessant war, dass sich die anwesenden muslimischen Jugendlichen wesentlich stärker mit ihrem Glauben identifizierten als die Jugendlichen mit christlichem Hintergrund. Eine Vermutung war, dass  Muslime einer Minderheit angehören und dadurch viel eher gefordert sind, sich mit der eigenen Religion auseinander zu setzen.

 

Bei der Frage nach Religion im öffentlichen Raum wurde vor allem auf das Kopftuch Bezug genommen. Die Jugendlichen kritisierten die Diskussion um ein Kopftuchverbot. Kleidung sei Ausdruck der Individualität – vom T-Shirt einer Band über einen Fußballschal bis hin zum Ausdrücken der eigenen Religion. Im Dialog überlegten sich die Jugendlichen, wie sich das Zusammenleben verbessern ließe – von Forderungen und Wünschen an die Politik bis zu  allem, was sie selbst zu einem besseren Gelingen beitragen können.

 

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