Ohne die Haussammlung wäre die Caritas nicht dieselbe. „Für unsere Angebote in den Regionen sind wir auf diese größte Sammlung des Jahres angewiesen“, betont Stefan Lechner, bei dem seit 2017 alle organisatorischen Fäden zusammenlaufen. Auch heuer kann er auf mehr als 2.400 Frauen und Männer zählen, die bald wieder von Tür zu Tür gehen. Ihre Arbeit macht das soziale Netz der Caritas in den Regionen erst tragfähig – und das ist dringend nötig, wie ein Blick auf die Zahlen zeigt.
Rund 5.000 Menschen – inklusive Familienangehöriger – suchten im Vorjahr die Sozialberatungsstellen auf. Insgesamt waren es mehr als 10.000 Kontakte. „Wir merken, dass die Fälle komplexer werden“, sagt Lechner. Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennung, Mietrückstände oder drohender Wohnungsverlust: Häufig kommen mehrere Problemlagen zusammen. Eine einmalige Unterstützung reicht dann nicht aus. Oft braucht es eine längerfristige Begleitung, damit Betroffene ihren Alltag wieder selbstständig bewältigen können. Diese Arbeit kostet Ressourcen und genau diese sichern die Freiwilligen der Haussammlung.
„Unverzichtbar“ – mit diesem einen Wort beschreibt Lechner den Einsatz der Ehrenamtlichen. Jede Pfarre funktioniere anders, und entsprechend unterschiedlich sei die Organisation der Sammlung. Eine zentrale Rolle spielen die Koordinatorinnen und Koordinatoren, die ihre Teams zusammenstellen und begleiten. „Mancherorts besteht die Gruppe aus vielen Helfenden, die jeweils nur wenige Häuser übernehmen. Anderswo betreut eine einzelne Person ein größeres Gebiet“, erklärt Lechner. Gemeinsam ist allen: Sie erhalten so viel Unterstützung wie nötig – von Infomaterial bis zu praktischen Tipps – und jedes Jahr eine Einladung zum Danketreffen. „Das ist uns wichtig. Jede und jeder leistet einen wertvollen Beitrag.“
Gegen Vereinsamung: Immer wieder erzählen mir Freiwillige,
dass sie schon erwartet werden.
Besonders freut Stefan Lechner, dass bei diesen Treffen jedes Mal Menschen dabei sind, die zum ersten Mal gesammelt haben. Der Mix aus erfahrenen und neuen Freiwilligen sei vielleicht das „Erfolgsgeheimnis“. Deshalb richtet er schon jetzt einen Willkommensgruß an alle, die neu dazukommen – und an jene, die noch überlegen. „Eine gute Möglichkeit zum Reinschnuppern ist es, einmal jemanden mit Erfahrung auf einer Runde zu begleiten. Melden Sie sich einfach in der Pfarre oder bei der Caritas.“
Unverändert bleibt der Schlüssel der Spendenaufteilung: 40 Prozent bleiben in den Pfarren und fließen direkt in die Hilfe vor Ort, 60 Prozent setzt die Caritas für regionale Unterstützungsangebote ein. Auch der März als Sammelmonat hat Tradition. „Viele erzählen mir, dass sie schon erwartet werden – oft mit den Worten: Magst eh einen Kaffee? Komm doch herein!“, berichtet Lechner. Die Haussammlung sei eben weit mehr als eine Spendenaktion. Sie schaffe Begegnungen – in einer Zeit, in der Einsamkeit für viele Menschen zunimmt.

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