
RB: Was motiviert Sie nach 40 Jahren Missionstätigkeit, sich noch immer mit so viel Herzblut für neue Projekte wie den Kindergarten und die Pastoralarbeit bei den Massai einzusetzen?
Sr. Monika Schoner: Das ist ganz einfach: Meine Liebe zu Christus und zu allen Menschen – besonders gegenüber Menschen, die von der Gesellschaft benachteiligt werden und die Jesus Christus nicht kennen. Arnold Janssen, der Gründer der Steyler Missionare, hat es ganz richtig erkannt: „Die Ärmsten sind diejenigen, die Christus nicht kennen.“
RB: Was hat die Massai-Gemeinschaft dazu bewegt, Sie so eindringlich um den Bau des Kindergartens zu bitten?
Sr. Monika: Vor dreißig, vierzig Jahren waren die Massai noch ein sehr selbstbewusstes Hirtenvolk, das sich nicht so sehr um Schulen und die Bildung der Kinder kümmerte. Diese sind fast ausschließlich mit Vieh-Hüten, Brennholz-Sammeln und Wasser-Holen beschäftigt. Klimaveränderung und bessere wirtschaftliche Möglichkeiten anderer Volksgruppen um sie herum motivieren jedoch heute viele Massai, sesshaft zu werden und ihre Kinder in eine Schule zu schicken. Während andere dort bereits lesen, schreiben und rechnen lernen, werden Massai-Kinder nicht als gleichwertig angesehen, weil sie dieses kostbare Gut nicht bewältigen. Daher sind Berufschancen in der heutigen Gesellschaft für sie fast nicht gegeben.
Während andere lesen, schreiben und rechnen lernen, werden Massai-Kinder nicht als gleichwertig angesehen.
RB: Wie können die Missionarinnen Christi da unterstützend wirken?
Sr. Monika: Als wir vor neun Jahren mit unserer Pastoralarbeit im Massai-Dorf Lemgur im Norden von Tansania begannen, gab es hier noch keine Kirche oder Schule. Eines Tages bat uns eine Gruppe von zirka 50 Frauen und Männern, für sie einen Kindergarten zu bauen und ihn auch zu führen. Sie wollen ihr Mögliches dazu beitragen, dass dieses Werk entstehen kann – von Zufahrtswegen für Lastwagen bis zum Herrichten des Bauplatzes. Wir kauften daraufhin einen größeren Grund und eine Schwester erwarb das Diplom für den Unterricht im Kindergarten. Im Moment warten wir auf die Baugenehmigung.
RB: Welche Schritte sind bereits umgesetzt, wo liegen die größten Hürden?
Sr. Monika: Für das Kindergartenprojekt haben wir bereits einen Bauplan für den Kindergarten selbst, den Pastoralraum und für eine kleine Schwesternwohnung. Wir selbst können einen kleinen finanziellen Beitrag für dieses Projekt leisten, aber nicht sehr viel, weil uns schon der Grund eine Stange Geld gekostet hat.
RB: Warum ist ein eigener Pastoralraum für die Massai so wichtig, und wie verändert er das religiöse und gemeinschaftliche Leben vor Ort?
Sr. Monika: Eine gute Anzahl der Menschen von Lemgur ist bereits auf dem Weg zum Glauben. Dieses Projekt gibt den Menschen Identität, Hoffnung, mehr Selbstbewusstsein und die Chance eine Dorfgemeinschaft zu werden, die aus dem christlichen Glauben lebt, ihre Kinder zur Schule schicken kann und den „Anschluss an die heutige Zeit“ findet. Derzeit versammeln sich die Menschen von Lemgur unter einem großen Schattenbaum, um ihre Anliegen zu besprechen. Sie sehen aber, dass anderswo die Dörfer eine Kirche und eine Schule haben, Orte der Versammlung, des Gebetes und des Lernens.
Spendenkonto
für das Kindergarten-Projekt der Missionarinnen Christi in Tansania: IBAN: AT40 4501 0000 0010 6682, Vermerk: Kindergarten Tansania.
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