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Die weltweiten Bekundungen der Anteilnahme und das große Interesse an der Krebserkrankung von Papst Leo XIV. werfen zwei Fragen auf: Was bedeutet es, wenn ein Papst erkrankt? Und wie wird er durch seinen transparenten Umgang mit der Diagnose zugleich zum Vorbild, zur Projektionsfläche und zum Betroffenen dieser Haltung? Wenn ein Papst erkrankt „Das bislang ungetrübt wirkende Pontifikat des sportlich dynamischen Papstes aus Chicago wird plötzlich überschattet“, meint Vatikan-Korrespondent Ludwig Ring- Eifel. Derzeit konzentrieren sich Medien und Gläubige vor allem auf die Frage, ob und in welchem Umfang der frisch operierte 71-Jährige seinen straff organisierten Tages- und Wochenplan einhalten kann und wird. Doch dahinter stehen weit mehr Bedenken, Umbrüche und Fragezeichen als nur die Befürchtung, ob er die Auftritte und Ansprachen, Audienzen und Reisen tatsächlich absolvieren kann. Seit dem Pontifikat Johannes Pauls II. weiß die Weltkirche um die Schattenseiten und Chancen eines „Regierens vom Krankenbett aus“. Vorbildcharakter kann eine solche Entwicklung allemal haben. So würdigt etwa Erzbischof Franz Lackner die Haltung von Papst Leo XIV. im Umgang mit seiner Krebserkrankung und betont, dass diese Offenheit vielen Menschen Mut macht. Offen und gelassen Lackner bezeichnet den transparenten Umgang des 71-jährigen Papstes mit seiner Lungenkrebsdiagnose als ein „bewundernswertes und authentisches Zeichen“. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hebt die serenità, die Gelassenheit des Papstes hervor. Dass der Heilige Vater trotz der ernsten Diagnose ruhig, freundlich und vom Gebet getragen in die Klinik gegangen sei, schenke auch anderen Betroffenen in ähnlichen Lebenslagen Kraft. Ein Journalist spricht in diesem Zusammenhang vom „Lehramt des leidenden Körpers“. Dennoch könnte künftig erneut die Frage nach der Regierungsfähigkeit des Papstes aufkommen – ebenso wie Spekulationen darüber, wer im Vatikan künftig an Einfluss gewinnen könnte. Der Faktor „Gesundheit“ ist auf die Agenda des Pontifikats von Leo XIV. gerückt. Das bedeutet zwar nicht, dass bereits eine verfrühte Nachfolgedebatte begonnen hat. Doch Leos Gesundheit spielt nun erstmals eine Rolle – und das bedeutet etwas, wie der Vatikanexperte Carlo Marroni betont. Für die Kirche und die Gläubigen auf der ganzen Welt ist es einen Moment des Zusammenhalts und der kollektiven Sorge. Damit rückt eine grundlegende Haltung in den Vordergrund: das mitleidende Fürbittgebet und das bewusste Beten für den Heiligen Vater als DNA katholischen Kircheseins.
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