„Für mich ist die Portiunkula vor allem ein Ort der Begegnung und der Intimität mit Gott“, schwärmt Bruder Brian. Die Portiunkula sei vor allem ein Ort, an dem Gott den Menschen nahekommt. In der kleinen Kirche Santa Maria degli Angeli erhielt Franziskus den Auftrag, einen vollkommenen Ablass für alle zu erbitten, die im gläubigen Vertrauen die Portiunkula besuchen – ohne dafür Geld bezahlen zu müssen. Der Ablass sollte also nicht käuflich sein, was der damals gängigen Praxis widersprach.
Im Mittelpunkt stehen bis heute bedingungslose Liebe und Barmherzigkeit – „Gottes Liebe sprengt jede Kalkulation“, so Bruder Brian.
Ist Ablass heute überhaupt noch zeitgemäß? „Ja“, ist Bruder Brian überzeugt. „In der Beichte wird Vergebung geschenkt und so die Beziehung wiederhergestellt. Beim Ablass werden die Folgen der Sünde geheilt und wiedergutgemacht, die trotzdem bleiben.“
Die Portiunkula erinnere daran, dass wir mit Gottes Barmherzigkeit rechnen dürften, ist der Kapuziner überzeugt: „Gott schenkt einen Neubeginn. Er heilt auch die Folgen unserer Fehler und er kann sogar aus Schuld Gutes entstehen lassen.“
Die Portiunkula erinnert mich daran, wie Gott aus
kleinen Anfängen Großes entstehen lässt. Sie ist für mich ein Ort, an dem Himmel und Erde einander berühren und der bis heute Menschen zur Versöhnung mit Gott einlädt.
Br. Brian Thomas
Nicht verpassen
In Salzburg wird das Portiunkula-Fest groß gefeiert:
⇒ 2. August, 17 Uhr, Kapuzinerkirche:
Gottesdienst mit dem Generalminister der Kapuziner,
Br. Roberto Genuin und Provinzial Br. Helmut Rakowski.
Aktuelles E-Paper