"Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich mich schon viel früher an Sie gewendet." Diesen Satz hören Haupt- und Ehrenamtliche in der Hospiz-Bewegung Salzburg oft. Viele haben eine „Scheu, über Sterben und Tod zu sprechen. Außerdem spielen falsche Vorstellungen von dem, was im Hospiz geschieht, eine große Rolle”, erzählt Susanna Kammeringer. Sie leitet den Bereich Öffentlichkeitsarbeit in der Hospiz- Bewegung Salzburg. Viele Menschen erleben, „wie würdevoll einfach und einfach würdevoll Begleiterinnen und Begleiter und Menschen, die sie begleiten, miteinander umgehen: mit wachem Blick, ehrlichem Staunen, aber auch mit Humor”.
Viele Besucher:innen des „Lebensraum Tageshospiz” beschreiben ihre Erfahrungen als „Wendepunkt hin zum Leben” im Umgang mit ihrer Krankheit. Es gehe um ein gutes Leben bis zum Ende und ein würdevolles Abschiednehmen, so Kammeringer. Dafür ist die fachliche Kompetenz von geschulten Palliativärztinnen und -ärzten und Pflegefachkräften wichtig, allen voran aber die mitmenschliche Begegnung, betont Kammeringer.
Palliative Care kann heute oft hohe Lebensqualität mit erträglichen Schmerzen und gesellschaftlicher Teilhabe bis zuletzt ermöglichen.
So lasse sich die Angst vor dem Sterben ein Stück weit abmildern, jedoch oft nicht vollständig nehmen. „Die Angst vor dem Tod wird wohl bleiben, weil niemand sich vorstellen kann, was es heißt, nicht mehr da zu sein.“
Zum Team der Ehrenamtlichen in der Hospiz-Bewegung Salzburg gehört Maria Stefan. Als diplomierte Krankenschwester war sie bei den Barmherzigen Brüdern tätig. Nach ihrer Pensionierung wollte sie sich weiterhin engagieren. Eine Bekannte machte sie auf die Ausbildung der Hospiz-Bewegung aufmerksam. „Ich habe mir gedacht: Das würde mich interessieren. Dafür möchte ich meine frei gewordene Zeit investieren.” Die Ausbildung zur ehrenamtlichen Tätigkeit im Bereich Hospiz besteht aus Modulen zu verschiedenen Themen wie Psychologie, Theologie, Rechtlichem und Kommunikation. Außerdem gibt es Gruppen- und Einzelgespräche. Heute ist Stefan im Raphael Hospiz, dem stationären Hospiz in der Stadt Salzburg, tätig. Sie führt Gespräche mit Patientinnen und Patienten, geht spazieren, liest vor oder hilft bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie dem Servieren von Essen. „Die Tätigkeit in der Hospiz ist vor allem eine Lebensschule. Alles gewichtet sich dadurch neu.“ Ehrenamtliche sind vor allem dann besonders involviert, wenn Menschen gegen Ende ihres Lebens mit Ängsten zu kämpfen haben. „Da sind wir einfach da. Wir geben dem Sterbenden das Gefühl: Du bist nicht allein”, sagt Maria Stefan.
Trauernde bräuchten vor allem diese Nähe, Zeit und Verständnis, „weil in ihrer neuen Lebenssituation nichts mehr so ist, wie es vorher war. Auch in diesen Situationen sind wir als Hospiz-Bewegung da”, erklärt Kammeringer. Die Kontaktstelle Trauer der Salzburger Hospiz-Bewegung unterstützt bei akuten sowie bei länger zurückliegenden Verlusten mit Beratung, Einzelbegleitung und Gruppenangeboten. Sie eröffnet Räume für Gefühle, Gedanken und Fragen auf dem je eigenen Trauerweg. Da der natürliche Umgang mit dem Tod verloren gegangen ist, ist das Gespräch besonders wichtig. „Menschen sind immer sehr dankbar, wenn sie mit jemandem reden können”, so Stefan. „Im Grunde gehen sie uns nur voraus. Sie haben den Schritt schon getan."
Kontaktstelle Trauer
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