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Gemeinsam Leben wandeln

Generationenwallfahrt der Erzdiözese Salzburg nach Assisi.
Generationenwallfahrt der Erzdiözese Salzburg nach Assisi.

Eine Generationenwallfahrt der Erzdiözese Salzburg nach Assisi auf den Spuren des heiligen Franziskus, der Menschen über Generationen hinweg verbindet und dazu einlädt, das Leben immer wieder neu zu sehen.

38 ganze Ausgabe als ePaper lesen
David Pernkopf

Zwischen den Gassen Assisis, in Kirchen, Einsiedeleien und an besonderen Orten franziskanischer Geschichte wurde erlebbar, was eine gemeinsame Wallfahrt ausmacht: Menschen verschiedener Generationen sind miteinander unterwegs, teilen Glauben, Freude und besondere Augenblicke. Generalvikar Harald Mattel, Diözesankonservator Roland Kerschbaum und Elisabeth Reichenfelser von der Katholischen Jungschar waren als Organisatoren mit dabei. Erzbischof Franz Lackner begleitete die Reise als Pilger. „Pace e bene“ – Friede und alles Gute: Der franziskanische Gruß wurde dabei zum Leitwort der Tage, die Räume für Begegnung und Glauben gemeinsam erfahrbar machten. In San Damiano erinnerte Generalvikar Harald Mattel an die heilige Klara und ihren Vorbildcharakter
für Menschen jeden Alters. Ihr Leben ermutigt bis heute, den eigenen Glaubensweg entschlossen zu gehen und sich auf Gott einzulassen.

 

Weihnachten im Sommer

 

Ein besonderer Tag führte nach Greccio, dem „franziskanischen Bethlehem“. Hier ließ Franziskus im Jahr 1223 die Weihnachtsgeschichte auf besondere Weise lebendig werden. Er wollte die Menschwerdung Gottes für die Menschen erfahrbar machen. In Greccio wurde spürbar, was Franziskus bewegte: Gott wird Mensch – klein, nahbar und mitten unter uns. Von Greccio führte der Weg anschließend zur Cascata delle Marmore. Nach der spirituellen Erfrischung am Ort der Erinnerung an die Menschwerdung folgte die Erfrischung für den Körper.

 

„Du bist einzigartig“

 

Ein Höhepunkt der Generationenwallfahrt war die Heilige Messe mit Erzbischof Franz in der Eremo delle Carceri, jenem stillen Rückzugsort oberhalb von Assisi, an dem Franziskus immer wieder betete. In seiner Predigt wandte sich der Erzbischof besonders an die Kinder: „Du bist einzigartig. Du bist eine kostbare Schöpfung Gottes, weil Gott dich so sehr liebt.“ Die Botschaft reichte weit über die Kinder hinaus. Sie erinnerte daran, dass jeder Mensch von Gott gewollt, geliebt und einzigartig ist. Anschließend erfüllte der Gesang der  Kinder den besonderen Ort mit Freude, Hoffnung und Dankbarkeit. Ein herzliches Vergelt’s Gott galt Domkapellmeisterin Andrea Fournier und dem Kinderchor.

 

Wegweiserinnen und Wegweiser

 

Bei der Abschlussmesse in der Santa- Caterina-Kapelle in der Unterkirche von San Francesco predigte Domkapitular und Reisebegleiter Pfarrer Roland Kerschbaum über die Bedeutung der Heiligen als Wegweiser. Sie sollen das Richtige zeigen, gut leserlich sein und nicht in der Mitte, sondern am Rand stehen. Immer wieder zeigte sich auch bei der Wallfahrt, wie wichtig Menschen und Zeichen, die uns auf Gott aber auch auf unsere Berufung hinweisen, sind. Eine Generationenwallfahrt lebt von der Begegnung. Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen waren nicht nur gleichzeitig am selben Ort – sie waren miteinander unterwegs. Obwohl es thematische Führungen und geteilte Programmpunkte gab, kamen sie ins Gespräch, teilten Erfahrungen und erlebten ihren Glauben als Gemeinschaft: als Lese- und Gesprächspartner, als Wander- und Tischgemeinschaft oder als Chor. Gerade darin liegt auch die Aktualität der franziskanischen Botschaft. Franziskus und Klara zeigen, dass Glaube nicht nur etwas ist, das man für sich allein lebt. Er führt zu den Menschen, schafft Gemeinschaft und verändert den Blick auf die Welt.

 

Wandlung

 

In der Transituskapelle der Kirche Santa Maria degli Angeli, wo der heilige Franziskus vor mehr als 800 Jahren starb, betrachtet die Gruppe das Prinzip der „Wandlung“ in seinem Leben – vom Tod zurück in seine wichtigsten Lebensstationen. Schon der Beginn seines Testaments erzählt davon: „Der Herr gab mir, dem Bruder Franziskus, zu beginnen, Buße zu tun: Als ich in Sünden war, erschien es mir unerträglich, Aussätzige zu sehen. Und der Herr selbst führte mich mitten unter sie." Aus Abscheu wird Barmherzigkeit, aus dem reichen Kaufmannssohn ein Mensch, der Besitz und gesellschaftliche Erwartungen hinter sich lässt. Franziskusntdeckt eine neue  Zugehörigkeit und eine neue Freiheit: Er versteht sein Leben nicht mehr als Erfüllung dessen, was andere von ihm erwarten, sondern als Antwort auf den Ruf Gottes. Die Begegnung mit dem Aussätzigen, der Ruf Christi in San Damiano zeigen: Franziskus wandelt sich – und mit ihm sein Blick auf die Welt. „Assisi 800 Jahre Franziskus – Leben wandeln“ brachte Generationen zusammen, Menschen ins Gespräch und den Glauben ins Leben.

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Ausgabe 38 | 2026

Regenbogen bei der Cascata delle Marmore.
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Gute-Nacht-Geschichten für die Kinder von Sepp Weiser.
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Gemeinsames Stundengebet mit dem Erzbischof vor San Francesco
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Jüngste und älteste Reisende der Wallfahrt
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