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Wir erzählen die Lebensgeschichte der in Rattenberg geborenen Notburga, ein Stück der Tiroler Autorin, Barbara Aschenwald, unter der Regie des Tiroler Regisseurs Markus Völlenklee. Alle Mitwirkenden vor und hinter der Bühne – ob berufstätig, Schüler, Studenten oder Pensionisten – verbindet die Leidenschaft für das Theater“, so die Obfrau der Schlossbergspiele Rattenberg, Claudia Lugger.
Gezeigt werde ein „ergreifendes Theater, keine verstaubte Heiligen-Legende, keine frömmelnde Unterhaltung“, erklärte Bischof Hermann Glettler nach der Premiere. Er fand begeisterte Worte für das neue Freilichtstück über die einzige weibliche Volksheilige des Landes. Die Autorin gebe der auf historischen Fakten und überlieferten Wundersagen basierenden Notburga-Erzählung „dramaturgisch einen doppelten Boden“ und bilde die „Brücke in die Gegenwart, in Verwundungen unserer Welt“. Glettler regte an, vom Leben der Notburga zu lernen.
„Notburga zeigt Zivilcourage, als der Bauer anschafft, auch noch nach dem Angelus-Läuten weiterzuarbeiten“, so Glettler über die Heilige, die der Legende nach die Arbeit nach dem abendlichen Gebetsläuten verweigerte. „Sie widersetzt sich, betet und hängt dabei die Sichel an den letzten Sonnenstrahl, an dem sie hängen bleibt – als Zeichen, dass der Feierabend heilig ist.“
Der historische Hintergrund der Heiligen reicht weit zurück: Notburga wurde um das Jahr 1265 als Tochter einfacher Hutmacherleute in Rattenberg am Inn geboren. Im Alter von etwa 18 Jahren trat sie als Küchenmagd in den Dienst auf Schloss Rottenburg bei Rotholz. Dort versorgte sie eigenmächtig die Armen und Kranken mit den Speiseresten der herrschaftlichen Tafel. Als das Nachfolger-Grafenpaar ihr diese gelebte Nächstenliebe streng verbot und sie der Burg verwies, fastete Notburga selbst, um ihre Rationen noch mit den Bedürftigen teilen zu können.
Später wechselte sie als Bauernmagd nach Eben am Achensee. Hier ereignete sich laut Überlieferung das berühmte „Sichelwunder“: Als ihr Dienstherr verlangte, auch nach dem abendlichen Gebetsläuten am Samstag auf dem Feld weiterzuarbeiten, warf sie ihre Sichel in den Himmel, wo diese an einem Sonnenstrahl schwebend hängen blieb. Bis heute gilt die im Jahr 1862 von Papst Pius IX. offiziell bestätigte Heilige wegen dieses unerschrockenen Einsatzes für die Sonntagsruhe als Patronin des Feierabends, der Landwirtschaft und der Dienstboten. kap/pip
Für Schnellentschlossene: Das Stück wird noch bis zum 7. August aufgeführt und dauert von 21:00 Uhr bis ca. 23:20 Uhr.
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