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Franziskanisch leben im Alltag

Vor 800 Jahren starb Franz von Assisi. Wer war dieser herausragende Mann des Mittelalters, wie hat er gelebt und was können wir für unser Leben in der Postmoderne von ihm lernen?

40 ganze Ausgabe als ePaper lesen
Helene Czifra

E in Mann verzichtet freiwillig auf Reichtum, tauscht feines Tuch gegen eine schäbige Kutte und spricht mit Vögeln, als wären sie seine Geschwister. Was vor mehr als 800 Jahre eine Provokation war, ist es noch heute. Und doch fasziniert uns die Lebensweise des heiligen Franz von Assisi auch in unserer Zeit.

 

Noch immer gilt er als Inspiration für Künstler, Musiker und Schriftsteller – und für ganz gewöhnliche Menschen. Was ist das Faszinierende an Franziskus und was können wir von ihm für ein gelingendes Leben heute lernen? Diesen Fragen geht P. Willibald Hopfgartner in seinem neuen Buch „WO LIEBE IST, GIBT ES KEINE FURCHT“ nach. In 19 Betrachtungen nimmt der Franziskanerpater den Leser mit auf einen Streifzug durch das Leben und Wirken seines Ordensgründers und zeigt auf, wie franziskanische Spiritualität auch nach mehr als 800 Jahren Antworten geben kann auf relevante Fragen unserer Zeit: Wer oder was trägt mein Leben? Wie viel Materielles brauche ich wirklich? Wie finde ich Ruhe in einer Zeit der ständigen Reizüberflutung?

Das Einst der Liebe Jesu soll zum Jetzt seiner Gläubigen werden.

Liebe statt Furcht

 

Der Buchtitel ist bereits Programm: Franz von Assisi lebt die bedingungslose Liebe zu allen Geschöpfen, weil er sich selbst beschenkt und geliebt weiß von der groß- en Liebe Gottes. In seinem Handeln soll sichtbar werden, wie Christus den Menschen liebt. „Im Dienst an den Aussätzigen und in der Fürsorge für die Armen geht es auch wieder darum: Das Einst der Liebe Jesu soll zum Jetzt seiner Gläubigen werden“, so Hopfgartner.

 

Die Liebe hat bei Franziskus viele Facetten, welche sich in den Betrachtungen widerspiegeln: die Liebe zur Schöpfung, die im Sonnengesang zum Ausdruck kommt, die tiefe Freundschaft zur hl. Clara und vor allem die tiefe Verbundenheit mit Christus. „Dafür sorgen, dass in der Kirche wieder Christus geliebt wird, das ist die eigentliche Sendung des Franziskus für seine Zeit, und sie bleibt es bis heute.“ Was Franziskus vorgelebt hat, bleibt eine Aufgabe für jeden Tag: die Liebe Christi in der eigenen Zeit sichtbar zu machen – im Kleinen wie im Großen.

 


 

P. Willibald Hopfgartner ist seit 2011 Ausbildungsleiter der jungen Franziskaner in Graz. Viele Jahre unterrichtete der gebürtige Osttiroler am Franziskanergymnasium in Bozen. Zudem lehrte er Philosophie bei den Theologischen Kursen der Diözese Bozen-Brixen. Sein Buch „Wo Liebe ist, gibt es keine Furcht – Franziskanische Betrachtungen“ erschien 2026 im Tyrolia Verlag.

 


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Ausgabe 40 | 2026


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