Insgesamt 541.000 Kilowattstunden Strom. So viel erzeugt die Erzdiözese Salzburg selbst. Damit könnte sie, rein rechnerisch, rund 150 Haushalte ein Jahr lang versorgen. 28 Solaranlagen und ein kleines Wasserkraftwerk am Almkanal lieferten 2024 diese erneuerbare Energie. Für Stanislaus Inama, Assitent für Klima und Nachhaltigkeit, steht dahinter ein zutiefst christlicher Auftrag: „Die Schöpfung ist kein Besitz, den wir nach Belieben benutzen können. Sie ist ein uns anvertrautes Geschenk. Und ein Geschenk soll man sorgsam behandeln.“ Der erste Nachhaltigkeitsbericht zeigt, wie die Erzdiözese dieser Verantwortung nachkommt. Dabei geht es längst nicht nur um Energie und Klimaschutz. Der Bericht beleuchtet acht Bereiche: Gebäude, Strom, Mobilität, soziale Hilfe, Arbeitsbedingungen, Denkmalschutz, Bildung und Seelsorge. Den größten Fortschritt beim Klimaschutz verzeichnet die Erzdiözese bei ihren rund 900 Kirchen, Kapellen und weiteren Gebäuden. Sie zu heizen und zu betreiben verursacht rund 70 Prozent ihres CO2-Ausstoßes. Hier liegt ein besonders großer Hebel, um diesen dauerhaft zu senken. Seit 2016 hat die Erzdiözese die Emissionen in diesem Bereich um 41 Prozent reduziert – und damit bereits mehr als zwei Drittel ihres Klimaziels erreicht. Dazu tragen neue Heizsysteme, klimafreundlichere Energieträger, Sanierungen und ein effizienterer Heizbetrieb bei.
Die Erzdiözese will ihre Emissionen bis 2030 um 60 Prozent senken. Sie liegt damit zwei Jahre vor ihrem Zeitplan. „Es ist ein sehr positives Zeichen, dass so viel Einsatz für den Schutz des ‚gemeinsamen Hauses‘, wie Papst Franziskus es ausdrückte, gelingen kann“, würdigt Erzbischof Franz Lackner den Erfolg. Auch Denkmalschutz gehört zum nachhaltigen Umgang mit Gebäuden: Die Erzdiözese erhält historische Bausubstanz und bewahrt damit wertvolle Kulturgüter für kommende Generationen.
Für die Erzdiözese bedeutet Nachhaltigkeit aber auch, Menschen zu unterstützen, gute Arbeitsbedingungen zu schaffen und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Die Sozialberatungsstellen der Erzdiözese betreuten 2024 knapp 8.000 Menschen. Tausende Ehrenamtliche engagierten sich zudem in der Caritas und in den Pfarren. Nachhaltigkeit zeigt sich so auch im sozialen Miteinander.
Beim Verkehr will die Erzdiözese den Klimaschutz künftig noch stärker in Fahrt bringen. Ihre Fahrzeuge legten 2024 mehr als 4,5 Millionen Kilometer zurück. Der CO2-Ausstoß lag dabei um fünf Prozent höher als im Jahr davor. Das große Gebiet der Erzdiözese macht viele Wege unvermeidlich. Zudem betreuen Priester, Diakone und Mitarbeitende oft mehrere Pfarren und Standorte. Mit zusätzlichen E-Autos, Unterstützung für Klimatickets und einer bewussteren Reiseplanung will die Erzdiözese gegensteuern. Michael Hofstätter, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Erzdiözese, sieht die Bilanz des Berichts vor allem als Ansporn für die Zukunft: „Auch wir sind auf diesem Weg nicht perfekt. Umso wichtiger ist es, uns kontinuierlich weiterzuentwickeln, unsere Entscheidungen immer wieder kritisch zu hinterfragen und unserer Verantwortung bestmöglich gerecht zu werden.“ Denn: Schöpfungsverantwortung ist ein Prozess, der an konkreten Ergebnissen messbar ist. Und zugleich ein Auftrag für die kommenden Jahre.
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