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Anpacken und Loslassen

Seidl war neun Jahre lang Vorsitzender des Katholischen Bildungswerks Salzburg. Zudem engagierte er sich viele Jahre als KBW-Leiter in Golling und im Pfarrgemeinderat.
Seidl war neun Jahre lang Vorsitzender des Katholischen Bildungswerks Salzburg. Zudem engagierte er sich viele Jahre als KBW-Leiter in Golling und im Pfarrgemeinderat.

Im Gespräch anlässlich des Podcasts „Amen & Action“ der Katholischen Aktion der EDS erzählt Andreas Seidl, was Ehrenamt für ihn bedeutet, und weshalb auch das Aufhören zum Engagement dazugehört.

41 ganze Ausgabe als ePaper lesen
David Pernkopf
Redakteur

Ehrenamt bedeutet für mich, dass man sieht, wo Bedarf ist, und hilft“, sagt Andreas Seidl. Es gehe darum, nicht wegzuschauen, sondern sich zu fragen: Kann ich das? Will ich das? Und lässt sich diese Aufgabe mit den eigenen zeitlichen Möglichkeiten vereinbaren? Wer diese Fragen ehrlich beantwortet und sich für ein Engagement entscheidet, könne sich mit Überzeugung einbringen. Auch deshalb verbindet Seidl mit dem Titel des Podcasts „Amen & Action“ zwei wesentliche Elemente. „Amen“ steht für ihn für das Fundament des christlichen Glaubens. „Action“ bedeutet Bewegung: Es ist nichts Starres, sondern etwas, das sich weiterentwickelt.

Es macht Sinn, sich fürs Ehrenamt einzusetzen und einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. 

 

 

30 Jahre Erfahrung

Der Gollinger blickt auf rund drei Jahrzehnte ehrenamtlicher Tätigkeit zurück. Schon früh sammelte er mit seinen Brüdern Geld für Menschen in Not. Es folgten zehn Jahre im Pfarrgemeinderat, 14 Jahre im Katholischen Bildungswerk vor Ort und schließlich neun Jahre als Vorsitzender des Katholischen Bildungswerks Salzburg. Eine Erfahrung hat sich dabei für ihn besonders bestätigt: „Wenn man die richtigen Leute anspricht, sind die Jungen sehr wohl da.“ Dabei spielt für Seidl die Wertschätzung eine zentrale Rolle. Ebenso wichtig seien Offenheit und ehrliche Kommunikation. Unterschiedliche Meinungen und Spannungen dürften nicht hinter vorgehaltener Hand ausgetragen werden. „Es muss eine offene, ehrliche Kommunikation sein“, lautet seine Überzeugung. Seidl sieht dabei keinen grundsätzlichen Gegensatz zwischen kirchlichem Ehrenamt und zivilgesellschaftlichem Engagement.


Kunst des Aufhörens

Entscheidend sei die Haltung: Da ist eine Aufgabe, da wird jemand gebraucht – und jemand sagt: „Ich helfe mit, damit unsere Gemeinschaft funktioniert.“ Zum Ehrenamt gehört für Seidl auch die Kunst des Aufhörens. Während manche Tätigkeiten, etwa die Haussammlung, über Jahrzehnte ausgeübt werden könnten, sieht er bei Leitungsfunktionen eine zeitliche Begrenzung als sinnvoll an. Neue Menschen brächten andere Talente und Ideen mit und könnten wiederum andere begeistern. Seinen eigenen Abschied als Vorsitzender des Katholischen Bildungswerks hat Seidl deshalb frühzeitig vorbereitet. Nach drei Amtsperioden und neun Jahren war für ihn klar: Es ist Zeit für etwas Neues. Gemeinsam mit anderen wurden rechtzeitig die Weichen für einen guten Übergang gestellt. „Das war für mich eigentlich ein gutes Gefühl.“ Heute ist der 77-Jährige ohne fixe ehrenamtliche Funktion. Wenn jemand seine Hilfe brauche, wolle er sich aber weiterhin nicht verschließen. Und nächstes Jahr wolle er wieder mit der Caritas Haussammlung anfangen.

 


 

Amen & Action -

Der Podcast über das Ehrenamt

 

So heißt der neue Ehrenamtspodcast der Katholischen Aktion Salzburg. In persönlichen Gesprächen erzählen engagierte Menschen von ihren Erfahrungen im Ehrenamt: vom ersten „Ja“ zu einer Aufgabe über die Gestaltung von Verantwortung bis hin zum Loslassen und zur Übergabe. Hosts des Podcasts sind der Generalsekretär der KA Salzburg, Simon Ebner, und Poetin Helene Ziegler.

 

Zum Podcast der Katholischen Aktion Salzburg "Amen & Action" 

Wie gewinnt man Menschen für Verantwortung?

Simon Ebner

Aktuelles E-Paper

Ausgabe 41 | 2026


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